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Analyse von Drooms und PitchBook: Europas M&A-Markt zieht wieder an
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• Durchschnittliche M&A-Dealgröße steigt auf mehr als 546 Millionen Euro – fast
doppelt so viel wie über das Gesamtjahr 2025

• Add-on-Transaktionen machen inzwischen mehr als 58 Prozent aller
europäischen PE-Deals aus

• DACH-Unternehmen erzielen europaweit mit die höchsten
Bewertungsmultiples

• KI-Boom, Dry Powder und sinkende Zinsen treiben den Markt – gleichzeitig
steigen regulatorische und operative Anforderungen

• Digitale Souveränität entwickelt sich zum strategischen Faktor im Dealmaking

Frankfurt am Main, 08.06.2026 – Europas M&A- und Private-Equity-Markt startet mit
deutlich größeren und selektiveren Transaktionen ins Jahr 2026 und gewinnt wieder
an Dynamik. Nach mehreren Jahren hoher Zinsen, geopolitischer Unsicherheiten und
zurückhaltender Finanzierungsmärkte mehren sich die Anzeichen für eine Belebung.
Gleichzeitig zeigt sich: Die aktuelle Erholung verläuft deutlich selektiver und
komplexer als frühere Marktzyklen.

Zu diesem Ergebnis kommt der neue gemeinsame Report „Executing in an Era of
Market Complexities: European M&A and PE Trends and the Technology Imperative“.
Drooms, eine führende europäische Plattform für sichere digitale Due Diligence und
virtuelle Datenräume, und PitchBook, ein führender Anbieter von Finanzmarktdaten
sowie Analysen für die Private-Capital- und M&A-Branche, haben dafür die
wichtigsten europäischen M&A- und PE-Märkte der vergangenen zehn Jahre
analysiert.

Demnach erreichte die Zahl europäischer PE-Transaktionen 2025 mit 8.187 Deals
nahezu ein Dekaden-Hoch. Auch die M&A-Aktivität blieb mit 18.485 Transaktionen auf
hohem Niveau. Im laufenden Jahr zeigt der Markt bereits deutlich größere und
selektivere Transaktionen: Die durchschnittliche PE-Dealgröße in Europa liegt 2026
YTD bereits bei 359,7 Millionen Euro – nach 289 Millionen Euro im Gesamtjahr 2025;
die durchschnittliche M&A-Dealgröße liegt aktuell sogar bei 546,3 Millionen Euro
gegenüber 289 Millionen Euro in 2025. Treiber sind vor allem große Technologie-,
Infrastruktur- und KI-nahe Transaktionen.

Gleichzeitig wird klar: Während einzelne Großtransaktionen die Schlagzeilen
bestimmen und die durchschnittlichen Dealgrößen steigen, setzen viele
Finanzinvestoren zunehmend auf risikoärmere Add-on-Akquisitionen. Der Anteil
dieser kleineren strategischen Zukäufe stieg zuletzt auf über 58 Prozent aller
europäischen PE-Transaktionen.

„Die Marktstimmung verbessert sich, aber Investoren agieren weiterhin äußerst
diszipliniert“, sagt Alexandre Grellier, Co-Gründer und CEO von Drooms. „Wir sehen
aktuell keinen flächendeckenden M&A-Boom, sondern einen Markt, in dem Kapital
sehr gezielt in hochwertige Assets, strategische Technologien und bestehende
Plattformen fließt.“

DACH-Region bleibt Premium-Markt für Investoren

Die deutschsprachige Region entwickelt sich laut Report zunehmend zum PremiumSegment des europäischen Markts. Mit 2.858 M&A-Transaktionen im Jahr 2025
gehörte die Region erneut zu den aktivsten Europas und belegt nun Rang zwei hinter
Großbritannien (4.545 M&A-Deals).

Traditionell ist der Mittelstand das Zugpferd der Region. Doch auch bei
großvolumigen Deals bleibt DACH im Fokus internationaler Investoren. So zählt etwa
die 7-Milliarden-Euro-Übernahme von STADA Arzneimittel durch CapVest Partners zu
den größten europäischen PE-Exit-Transaktionen des Jahres.

Gleichzeitig zahlen Investoren hier besonders hohe Preise: Mit medianen M&AMultiples von bis zu 13,5x EBITDA – vor allem in technologiegetriebenen Branchen,
Software, Industrie- und KI-nahen Geschäftsmodellen – verzeichnet DACH die
höchsten Bewertungen aller untersuchten europäischen Regionen.

Im Gegensatz zu stärker global verflochtenen Märkten wie Großbritannien oder Irland
bleibt die DACH-Region vergleichsweise deutlicher innerhalb europäischer
Kapitalstrukturen verankert. Das reduziert regulatorische Komplexität bei
grenzüberschreitenden Transaktionen und stärkt die Attraktivität der Region für
langfristig orientierte Investoren zusätzlich.

Die hohen Bewertungen zeigen zugleich, wie selektiv der europäische Markt
inzwischen geworden ist. Kapital konzentriert sich zunehmend auf Unternehmen mit
resilienten Geschäftsmodellen, technologischer Differenzierung und klarer Wertschöpfungsperspektive. Entsprechend steigen auch die Anforderungen an Käufer und Berater: Höhere Bewertungen, komplexere regulatorische Vorgaben und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz verändern Due Diligence und Deal Execution grundlegend.

„Unter der Oberfläche der großen Mega-Deals zeigt sich ein Markt, der zunehmend
von Konsolidierung, Buy-and-Build-Strategien und operativer Komplexität geprägt
ist“, sagt Dorothy Chan, Analystin bei PitchBook und Co-Autorin des Reports. „Viele
Investoren verfügen weiterhin über erheblichen Dry Powder, investieren aber
deutlich selektiver als noch während der Niedrigzinsphase.“

KI und digitale Souveränität verändern den europäischen Dealmarkt

Ein weiteres zentrales Ergebnis des Reports: Der europäische M&A-Markt wird
zunehmend von Themen wie KI-Infrastruktur, Datensouveränität und regulatorischer
Kontrolle geprägt. Es wächst der Druck, kritische Daten, Cloud-Infrastrukturen und KI-Anwendungen stärker innerhalb europäischer Rechtsräume und technologischer Ökosysteme zu kontrollieren. Diese Entwicklung beeinflusst nicht nur Investitionsentscheidungen, sondern zunehmend auch operative Prozesse im Dealmaking selbst.

„Digitale Souveränität entwickelt sich von einem regulatorischen Thema zu einem
operativen Faktor im Transaktionsgeschäft“, erklärt Grellier. „Gerade bei sensiblen Due
Diligence Prozessen und KI-gestützten Workflows achten Finanzinvestoren und
Strategen stärker darauf, wo Daten verarbeitet werden, welche Plattformen
eingesetzt werden und wie regulatorische Anforderungen eingehalten werden
können.“

Laut Report steigen dadurch auch die Anforderungen an digitale Deal-Infrastrukturen. Moderne Datenraum- und Deal-Plattformen müssten heute nicht nur effizient und KI-fähig sein, sondern zugleich höchste Anforderungen an Datensicherheit, Compliance und europäische Datenhoheit erfüllen.

Trotz wachsender Marktaktivität bleibt der europäische Dealmarkt damit von einem
Spannungsfeld geprägt: Einerseits sorgen sinkende Zinsen, hoher Investitionsdruck
und KI-getriebene Wachstumsfantasien für neue Dynamik. Andererseits bleiben
geopolitische Unsicherheiten, Finanzierungskosten und regulatorische
Anforderungen zentrale Herausforderungen für Investoren und Unternehmen.