Europäischer Lincoln PMI setzt sein stetiges Wachstum im dritten Quartal fort
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Der europäische Lincoln Private Market Index (PMI) ist im dritten Quartal 2025 um +1,7 % gewachsen. Dies ist eine Verbesserung gegenüber der Steigerung von 1,3 % im zweiten Quartal, wobei die anhaltend positive Handelsperformance teilweise durch einen leichten Rückgang der Multiples ausgeglichen wurde. Der europäische LPMI ist der einzige Index, der die Unternehmenswerte von nicht-börsennotierten Unternehmen in Europa erfasst.

Steven Kaplan, Neubauer Distinguished Service Professor für Entrepreneurship und Finanzen an der Booth School of Business der University of Chicago, erklärt: „Das Wachstum der nicht-börsennotierten Unternehmenswerte mag im dritten Quartal hinter den Indizes der Public Markets zurückgeblieben sein, wurde aber weitgehend von einem Anstieg der Unternehmensgewinne getragen. Im Gegensatz dazu stiegen die Gewinne der gelisteten Unternehmen weniger stark, doch die Börsenindizes schnitten aufgrund der Ausweitung der Multiples besser ab.“

Quartal III: Die Multiples hatten einen leicht negativen Einfluss, insbesondere aufgrund niedrigerer Multiples größerer Unternehmen innerhalb des European Lincoln Private Market Index; der Median des EV-Multiples lag bei 12,0x.


Unternehmensgewinne: Das Gewinnwachstum ist seit Auflegung des Index‘ der entscheidende Treiber. Allerdings schwächte sich das EBITDA-Wachstum im Vergleich zum Vorjahr ab, was darauf hindeutet, dass sich möglicherweise Gegenwind abzeichnet.
 

Großbritannien vs. Eurozone: Britische Unternehmen sind im European Lincoln PMI um +4,5 % gewachsen, während Unternehmen aus der Eurozone nur um 0,9 % gewachsen sind. Ähnlich wie im vergangenen Quartal war dies in erster Linie auf die Zusammensetzung der britischen Wirtschaft zurückzuführen. Britische Unternehmen konzentrieren sich auf wachstumsstärkere und margenstärkere Sektoren wie Unternehmensdienstleistungen und weniger auf wachstumsschwächere Sektoren wie die Industrie.
 

Branchen-Highlights

Technologie: Der Technologiesektor hat sich erholt, ist im dritten Quartal um +1,1 % gewachsen und erzielte zum ersten Mal seit dem vierten Quartal 2024 positive Renditen. Dies war besonders bei größeren Tech-Unternehmen deutlich zu beobachten.

Gesundheitswesen: Die Unternehmenswerte im Gesundheitswesen gingen im dritten Quartal weiter zurück, was auf einen leichten Rückgang der Multiples sowie eine Abschwächung des EBITDA-Wachstums im Vergleich zu früheren Perioden zurückzuführen ist. 

Performance im Vergleich zu Börsenindizes

Die Performance der Public Markets fiel in diesem Quartal – im Vergleich zu ihrer „Liberation Day“-Erholung im zweiten Quartal – eher verhalten aus. Der LPMI blieb in diesem Quartal hinter dem STOXX 600 zurück, stieg jedoch weitgehend im Einklang mit dem FTSE, bei dem allerdings das Gewinnwachstum durch einen Rückgang der Multiples neutralisiert wurde.

Credit Check

Die Spreads für kleine Unternehmen verengten sich um 25 Basispunkte: Dies spiegelt den verschärften Wettbewerb und die sich wandelnde Marktdynamik wider, da die kreditnehmerfreundlichen Konditionen auf kleinere Unternehmen in ganz Europa ausgedehnt wurden. Damit setzt sich der Trend fort, der 2025 auf den Private Credit Markets zu beobachten war. Der kleinere Teil des Marktes schließt nun zu der Anfang des Jahres bei größeren Unternehmen beobachtete Veränderung auf.

Der Lincoln European Senior Debt Index legte im dritten Quartal um +2,2 % zu: Die Rendite lag 12 Basispunkte über dem Ergebnis des zweiten Quartals, was auf einen Anstieg des gewichteten Durchschnittspreises aller im Index enthaltenen Vermögenswerte von 98,9 % auf 99,1 % zurückzuführen ist. Dieser ergab sich aus der anhaltend positiven Performance und einer leichten Verengung der Spreads auf den Private Credit Markets.

In einigen Bereichen zeigen sich erste Anzeichen von Stress: Während die Gesamtentwicklung sowohl hinsichtlich der operativen Leistung als auch der Indexperformance positiv ist, gibt es Anzeichen für einen zunehmenden Druck. Die Covenant-Ausfallquote stieg weiter an und erreichte im dritten Quartal 3,9 %, obwohl die Kreditgeber proaktiv auf Verstöße reagierten und diese in über 80 % der Fälle durch eine Covenant-Pause ausgesetzt oder behoben haben. Darüber hinaus haben mehr als 17 % der Unternehmen in ihren vorrangigen Kreditfazilitäten eine Form von PIK-Zinsen (Payment-in-kind), gegenüber 15,5 % im Vorquartal. Dies könnte zum Teil der Grund dafür sein, dass der Anteil der Unternehmen mit knappem Covenant-Spielraum (d. h. < 10 %) von 10 % im Jahr 2024 auf 15 % des Portfolios im Jahr 2025 steigen wird.

Das Wachstum der Unternehmensgewinne gegenüber dem Vorquartal trieb die Performance des European Lincoln PMI weiter an, wenn auch mit einer gegenüber dem Vorjahr geringeren Wachstumsrate. Dennoch kam es im dritten Quartal aufgrund der beginnenden Stabilisierung der Märkte nur zu einem moderaten Rückgang der Multiples.

Nick Baldwin, Managing Director der European Valuations and Opinions Group von Lincoln International, sagt: „Obwohl die Private Markets angesichts des anhaltenden Wachstums der Unternehmensgewinne derzeit keinen Anlass zur Sorge geben, gibt es Anzeichen für einen allmählich zunehmenden Druck. Das ist eine Mahnung: Selbst einige wenige schlechte Deals können die Renditen von Kreditfonds erheblich beeinträchtigen, solange die Unsicherheit anhält.“