Coty verkauft einen Mehrheitsanteil des Wella-Haarpflegegeschäft an den US-Finanzinvestor KKR. Die Beteiligungsgesellschaft übernimmt 60% der Anteile an Wella, dem Haarfärbemittel Clairol und OPI-Nagellacken. Das Markenportfolio inklusive Schulden wird demnach mit 4,3 Mrd. USD bewertet. Zusätzlich verkauft Coty für 750 Mio. USD eigene Aktien an KKR, um eine neue strategische Partnerschaft einzugehen. Diese Aktien sind wandelbare Vorzugsaktien mit einer 9%-Verzinsung. Mit der Transaktion fließen Coty ca. 3 Mrd. USD an Barmitteln zu, die der US-Konzern für den Schuldenabbau während der Corona-Krise nutzen will. Parallel zum Verkauf von Wella verkündete Coty ein neues, verschärftes Sparprogramm über 700 Mio. USD. Die Fixkosten sollen damit in den nächsten zweieinhalb Jahren um 25% gesenkt werden. Die kriselnde Coty gehört mehrheitlich der Beteiligungsgesellschaft JAB, die sich wiederum im Besitz der deutschen Milliardärsfamilie Reimann befindet. Auch der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel, Hersteller des Wella-Rivalen Schwarzkopf, hatte Interesse an dem Unternehmen. Als Gründe für den Rückzug werden die Preisvorstellungen und die Umsetzungsgeschwindigkeit der Transaktion genannt. Vor der Corona-Krise hat Coty einen Verkaufspreis von 5 bis 7 Mrd. USD anvisiert. Für Wella ist KKR der vierte Eigentümer in den vergangenen 17 Jahren. 2003 hatte der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble das börsennotierte Unternehmen für 6,6 Mrd. EUR gekauft, 2015 verkauften die Amerikaner Wella an Coty weiter. Coty hatte Wella im Oktober zum Verkauf gestellt.
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