KPMG-Studie zu Risikokapital im 1. Quartal 2020
Deals

Ungeachtet wirtschaftlicher Unwägbarkeiten wie des offiziellen “Brexit” Ende Januar und des andauernden Handelsstreits zwischen den USA und China ist der weltweite Risikokapital-Markt in Europa und Amerika relativ stabil ins neue Jahr gestartet. Das zeigt der aktuelle „Venture Pulse“ von KPMG, für den regelmäßig die abgeschlossenen Deals im Bereich Venture Capital analysiert werden. Demnach wurden im ersten Quartal 2020 weltweit insgesamt 61 Mrd. USD (bei 4260 Deals) investiert. Das ist im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal mit einem Volumen von 63,9 Mrd. USD (bei 6.900 Deals) ein Rückgang um 4,5%.

Mit 34,2 Mrd. USD entfiel über die Hälfte der Investments auf die USA. Dort warben der Mobilitätsanbieter Waymo 2,25 Mrd. USD und der Cleantech-Infrastrukturinvestor Generate Capital 1 Mrd. USD ein. In Europa wurden bei 923 Deals 8,8 Mrd. USD investiert. Ungeachtet des offiziellen “Brexit” zum 31. Januar verzeichnete dabei das Vereinigte Königreich einen starken Zufluss an Risikokapital und lag mit 3,2 Mrd. USD auf Vorjahresquartalsniveau (3,3 Mrd. USD). An der Spitze lagen dabei mehrere Investitionen in Höhe von jeweils 100 Mio. USD und mehr an die Fintechs Revolut und Starling Bank, das Medtech LumiraDx sowie das Halbleiterunternehmen Graphcore.

Auch in Deutschland wurde mit 1,37 Mrd. USD kräftig investiert, allen voran die Finanzspritzen in Höhe von 250 Mio. USD an das Lufttaxi-Unternehmen Lilium sowie 168 Mio. USD an den Gebrauchtwagen-Onlinemarktplatz Car Group. Größere Summen flossen auch in die HR-Onlineplattform Personio (75 Mio. USD) und die Banking-Plattform Penta (20 Mio. USD).

In Asien dagegen gingen die Venture Capital-Investitionen im ersten Quartal deutlich zurück – trotz der beiden 3 Mrd. USD-Finanzierungen von Gojek (Indonesien) und Kuaishou (China) und dem 1 Mrd. USD-Investment in den chinesischen Online-Weiterbildungsanbieter Yuanfudao. So sank die Investitionssumme im Reich der Mitte von 12,6 Mrd. USD im ersten Quartal 2019 um 30% im ersten Quartal dieses Jahres auf 8,9 Mrd.

Fintechs sind weltweit weiterhin gefragte Investmentziele. In mehreren Regionen konnten Digitalbanken starke Finanzierungsrunden abschließen, wie etwa Chime (USA, 500 Mio. USD), Revolut (UK, 500 Mio. USD), Klarna (Schweden, 200 Mio. USD) und Xinja (Australien, 160 Mio. USD).

 

Quelle: https://ma-rev.de/223e3